Unsichtbare Helfer – Die unglaubliche Welt der Mikroorganismen

Sie sind winzig, uralt und überall: Mikroorganismen. Milliarden davon leben in jedem Teelöffel Erde. Und obwohl sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, sind sie doch entscheidend für alles Leben auf diesem Planeten – auch für unseres.


Ob im Boden, im Wasser, auf unserer Haut oder in unserem Darm – Mikroorganismen steuern Kreisläufe, bauen Stoffe um, sorgen für Fruchtbarkeit und Gesundheit. Sie sind die eigentlichen Regisseure des Lebens hinter den Kulissen.

Mikroorganismen im Boden: Die stillen Architekten des Lebens

Ein gesunder Boden ist kein totes Substrat, sondern ein pulsierendes Ökosystem. Bakterien, Pilze, Algen und Einzeller zersetzen Pflanzenreste, bauen Humus auf, binden Nährstoffe und sorgen dafür, dass Pflanzen überhaupt gedeihen können.

Ohne sie gäbe es keine fruchtbaren Äcker, keine Wälder, keine Nahrung.
Mit ihnen? Entsteht ein Boden, der Wasser speichert, CO₂ bindet und das Leben trägt – Jahr für Jahr.


Bokashi – Fermentation für den Boden

Eine besonders spannende Methode, um organische Abfälle in wertvolle Bodenhelfer zu verwandeln, ist das sogenannte Bokashi. Der Begriff stammt aus Japan und bedeutet so viel wie „fermentiertes Allerlei“.

Statt Küchenabfälle zu kompostieren, werden sie luftdicht mit Mikroorganismen fermentiert – ähnlich wie Sauerkraut. Das Ergebnis ist kein Kompost, sondern ein nährstoffreicher Bodenbooster mit lebendigen Mikroben und organischen Säuren, der schnell von Pflanzen aufgenommen werden kann.
Die Vorteile:

  • weniger Geruch
  • schnellere Umwandlung
  • auch gekochte Reste können hinein
  • mehr Vielfalt im Mikrobiom


Effektive Mikroorganismen (EM): Ein kleines Team mit großer Wirkung

EM – das steht für Effektive Mikroorganismen – ist eine Mischung aus verschiedenen nützlichen Mikroben, darunter Milchsäurebakterien, Hefen und photosynthetische Bakterien. Gemeinsam fördern sie gesundes Bodenleben, verbessern Kompostierung, binden Gerüche und unterstützen sogar Pflanzenwachstum.

EM wird z. B. eingesetzt in:

  • der Landwirtschaft
  • der Kompostpflege
  • der Bokashi-Fermentation
  • der Stall- oder Kläranlagenpflege
  • und sogar im Haushalt (z. B. zur Geruchsbindung oder zum Putzen)

Es geht dabei nie um „sterile Sauberkeit“, sondern um ein stabiles Gleichgewicht lebendiger Mikroben, das krankmachende Keime in Schach hält – ganz natürlich.

Warum wir auf Mikroben setzen

In unserem Projekt setzen wir gezielt auf Mikroorganismen – im Boden, im Kompost, in der Pflanzenpflege.
Denn sie sind für uns
Verbundpartner der Natur, keine zu bekämpfenden Feinde.
Ob durch den Einsatz von Bokashi, die Förderung des Bodenlebens oder den Verzicht auf chemische Gifte – wir gestalten lebendige Kreisläufe, in denen Mikroben
mit uns statt gegen uns arbeiten.


Gemeinsam für lebendigen Boden

Wenn’s um Bokashi, Bodenleben und effektive Mikroorganismen geht, arbeiten wir mit einem starken regionalen Partner zusammen: der Eußenheimer Manufaktur. Mit viel Erfahrung und Begeisterung setzen sie sich für lebendige Kreisläufe und gesunde Böden ein – ganz ohne Chemie, aber mit umso mehr Mikrobenpower.

Schon bald wird es bei uns auch Veranstaltungen und Workshops rund um die Themen Bokashi & EM geben – praxisnah, anschaulich und offen für alle, die Lust haben, den Boden unter ihren Füßen besser zu verstehen.

Wann's losgeht, erfährst Du unter anderem über unseren Newsletter & den Veranstaltungskalender.
Bleib' dran!

August 17, 2025
Wälder sind mehr als grüne Kulisse. Sie sind Lebensraum, Wasserspeicher, Luftfilter – und echte Hoffnungsträger im Klimaschutz. Eine vielbeachtete Studie der ETH Zürich hat gezeigt, welches Potenzial in naturnaher Wiederbewaldung steckt. Hier erklären wir kurz, worum es darin geht – und wie wir von der Grüne Neune Hammelburg eG genau diesen Ansatz ökologisch sinnvoll in die Praxis bringen. Die ETH-Studie in Kürze 2019 veröffentlichte das Crowther Lab der ETH Zürich im Fachjournal Science eine globale Analyse zum Wiederbewaldungspotenzial. Vereinfacht gesagt: Auf der Erde gibt es sehr große Flächen, auf denen sich zusätzliche, naturnahe Wälder wiederherstellen lassen – ohne Städte oder Ackerland zu verdrängen. Das daraus resultierende Bindepotenzial für Kohlenstoff ist enorm! Wichtig ist: Die Autor:innen betonen selbst, dass Waldschutz und Wiederbewaldung nur zusammen mit massiver Emissionsreduktion wirken. Aufforstung ist kein Freifahrtschein – aber ein starker Baustein. Missverständnis ausgeräumt: Es geht nicht „nur ums Bäumepflanzen“ Nach der Veröffentlichung wurde die Studie oft verkürzt wiedergegeben – als ginge es darum, einfach möglichst viele Setzlinge in den Boden zu stecken. Das ist nicht die Botschaft. Richtig ist: Ein Baum allein löst kein Klimaproblem – entscheidend ist das ganze Ökosystem. Damit Wälder langfristig Kohlenstoff binden und stabil bleiben, braucht es: gesunde, lebendige Böden (Humusaufbau, gute Bodenstruktur, Wasserspeicherung), Artenvielfalt (Bäume, Sträucher, Kräuter, Pilze, Insekten, Mikroorganismen...), funktionierende Kreisläufe (z. B. Mykorrhiza, Totholz, Laubmulch), standortangepasste Pflanzengesellschaften statt Monokulturen. Kurz: Sinnvolle Wiederbewaldung heißt Ökosystemaufbau – nicht Setzling-Marathon. Unsere Antwort: Permakultur & Ökosystem-Landwirtschaft Genau hier setzt die Grüne Neune Hammelburg eG an. Wir pflanzen nicht fein säuberlich getrennt nach Arten, sondern gestalten komplette, resiliente Systeme – Schritt für Schritt und standortgerecht: Agroforst & Waldgarten: Nuss- und Obstbäume kombiniert mit Beeren, Wildobst, essbaren Stauden und Pilzen. Schichtaufbau wie im Wald – nur essbar. Humusaufbau & Bodenpflege: Mit Kompost, Terra Preta und Wurmhumus speichern wir Kohlenstoff auch im Boden – langfristig. Unsere effektiven Mikroorganismen helfen dabei, den degradierten Boden wiederzubeleben und Artenvielfalt unter den Bodenlebewesen zu fördern. Vielfalt statt Monokultur: Klimafitte Artenmischungen und naturnahe Strukturen erhöhen Stabilität gegenüber Trockenheit, Schädlingen & Wetterextremen. Lebensräume schaffen: Hecken, Blühflächen, Biotope und Totholz fördern Insekten, Vögel und Bodenleben. Fossilfrei gedacht: Handwerkliche Bewirtschaftung, kurze Wege, regionale Versorgung – weniger Emissionen von vornherein. Warum das wirkt – lokal & greifbar Die ETH-Studie zeigt das globale Bild. Wir machen es vor Ort erlebbar: Auf 3,86 ha entsteht in Hammelburg ein lebendiges Permakultur-System, das CO₂ bindet, Artenvielfalt stärkt und regionale Ernährung sichert. Dabei gehen wir einen Schritt weiter, und zeigen auf, dass sich auch landwirtschaftlich genutze Flächen (potenziell) eignen, um CO² bindende Ökosysteme anzulegen. Ab Herbst 2025 starten wir auf der Fläche, ab 2026 beliefert unsere SoLaWi die ersten Ernteteiler:innen – transparent, solidarisch, gemeinschaftlich. Mach mit – pflanze Zukunft mit uns! Mitglied werden: Als Ernteteiler:in in der SoLaWi oder als förderndes Genossenschaftsmitglied. Mithelfen & lernen: Bei Mitmachtagen, Workshops, Führungen. Erzählen: Teile unsere Idee in deinem Umfeld – jede Stimme zählt Kleiner Augenzwinkern-Fakt zum Schluss: Wir können nicht die ganze Welt aufforsten – aber 3,86 Hektar davon bekommen wir gemeinsam richtig gut hin. 🌿😉
Regenwurm
April 11, 2025
Unsere heimlichen Helden: Regenwürmer & Kompostwürmer
April 11, 2025
Die stille Revolution – Wie Trocken-Trenn-Toiletten unser Verhältnis zu "Geschäftlichem" verändern Über kaum etwas wird so wenig gesprochen – und kaum etwas betrifft uns alle so direkt: Toiletten. Jeden Tag. Mehrmals. Und jedes Mal spülen wir dabei etwas weg, das eigentlich gar nicht verloren gehen müsste. Denn herkömmliche WCs spülen kostbares Trinkwasser – rund 6 bis 9 Liter pro Spülung – einfach in die Kanalisation. Dabei enthalten unsere Ausscheidungen wertvolle Nährstoffe, die in der Landwirtschaft sogar dringend gebraucht würden. Was für ein Paradoxon! Wasser sparen, Nährstoffe nutzen – das Prinzip der Trocken-Trenn-Toilette Trocken-Trenn-Toiletten funktionieren ganz ohne Wasser. Sie trennen flüssige und feste Bestandteile direkt beim „Abwurf“ – ganz hygienisch, ganz einfach. Der Urin (stickstoffreich) wird separat aufgefangen und kann verdünnt als Dünger eingesetzt werden. Der Feststoffanteil (reich an Phosphor & Kohlenstoff) wird mit Streumaterial (z. B. Sägespäne, Pflanzenkohle) abgedeckt und anschließend kompostiert. Es entstehen keine Gerüche , keine Abwässer, keine Kläranlagen-Abhängigkeit. Das Ergebnis: Aus einem „Abfallprodukt“ wird ein Rohstoff . Ganz nach dem Motto: Nicht weg damit – sondern zurück in den Kreislauf. Mehr als nur öko: Warum TTTs Sinn machen Wasser sparen : Bis zu 40 Liter Wasser pro Tag können pro Person eingespart werden – allein durch den Toilettengang! Nährstoffe zurückführen : Stickstoff, Phosphor und Kalium landen nicht im Klärschlamm, sondern im Boden , wo sie hingehören. Unabhängigkeit schaffen : Kein Anschluss an Kanalisation nötig – ideal für Gärten, Höfe, Festivals oder autarke Projekte. Kreisläufe schließen : Aus "unappetitlich" wird "nachhaltig" – durch Humusaufbau und lebendige Böden. Geruchsfrei & praktisch : Moderne TTTs sind weder muffig noch kompliziert – sondern durchdacht und komfortabel Trocken-Trenn-Toiletten zeigen eindrucksvoll: Nachhaltigkeit beginnt manchmal genau dort, wo niemand hinschauen will. Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen – und umzudenken...
April 11, 2025
Stell dir eine Welt ohne Bienen vor. Ohne Regenwürmer. Ohne Pilze, Käfer, Wildblumen. Vielleicht merkst du’s erst nicht sofort – aber irgendetwas fehlt. Dann wird dir klar: Ohne Artenvielfalt wird alles still, alles fragil. Denn was auf den ersten Blick unbedeutend wirkt, ist in Wirklichkeit Teil eines fein abgestimmten Systems, das wir Menschen jeden Tag aufs Neue brauchen.
By account-for-b51c992f1c234cf6ad470c2f11560320 April 11, 2025
Trinkwasser: Das stille Gold unserer Zeit Drehen wir den Wasserhahn auf, und schon fließt es – klar, sauber, selbstverständlich. Doch genau das ist das Problem: Wir nehmen Trinkwasser oft als gegeben hin. Dabei ist es eine unserer kostbarsten Ressourcen – und zunehmend bedroht. Wasser ist Leben, sagt man – und das ist keine Übertreibung. Ohne Nahrung überleben wir Wochen, ohne Wasser nur wenige Tage. Und doch wird sauberes Trinkwasser vielerorts verschwendet, verschmutzt oder ungerecht verteilt . Klimawandel, Landwirtschaft, Industrie und Infrastrukturprobleme setzen unseren Wasserreserven weltweit zu – auch hier in Europa.
By account-for-b51c992f1c234cf6ad470c2f11560320 April 11, 2025
Permakultur: Landwirtschaft im Einklang mit der Natur Stell dir eine Landwirtschaft vor, die nicht auf Ausbeutung, sondern auf Zusammenarbeit basiert. Wo Menschen, Pflanzen und Tiere als Teil eines großen, lebendigen Netzwerks agieren – statt gegeneinander zu arbeiten. Genau das ist die Idee der Permakultur: ein Konzept, das weit mehr ist als eine nachhaltige Anbaumethode. Es ist eine Philosophie, die sich an den Prinzipien der Natur orientiert – und das mit erstaunlichem Erfolg. Permakultur steht für permanente Kultur – also eine dauerhafte, stabile Lebensweise, die langfristig funktioniert. Anstatt Jahr für Jahr den Boden mit Monokulturen zu erschöpfen und künstlich mit Chemie nachzuhelfen, setzt sie auf Vielfalt, Kreisläufe und natürliche Prozesse. Der Boden wird gepflegt, nicht geplündert. Regenwasser wird aufgefangen, statt ungenutzt abzufließen. Und Schädlinge werden nicht mit Gift bekämpft, sondern durch ausgeklügelte Pflanzengemeinschaften in Schach gehalten. Was auf den ersten Blick nach idealistischer Träumerei klingt, ist in der Praxis vielfach erprobt – auf kleinen Höfen ebenso wie in großen Projekten weltweit. Die Erträge können mit konventionellen Methoden mithalten, manchmal übertreffen sie sie sogar – vor allem, wenn man die langfristigen Vorteile wie Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und Klimaschutz mit einbezieht. Ein zentrales Prinzip der Permakultur ist es, von der Natur zu lernen, statt gegen sie zu kämpfen. In einem gesunden Wald gießt niemand, düngt niemand – und trotzdem gedeiht das Leben dort üppig. Permakultur-Gärtner:innen versuchen, solche natürlichen Ökosysteme nachzuahmen. Das Ergebnis sind sogenannte „essbare Landschaften“: Gärten, Felder oder ganze Höfe, die nicht nur Nahrung produzieren, sondern auch Lebensräume schaffen, Wasser speichern, CO₂ binden und nebenbei ein Ort zum Wohlfühlen sind. Dabei geht es nicht nur um Landwirtschaft, sondern um eine ganzheitliche Lebensweise. Wie können wir unsere Häuser bauen, wie unsere Gemeinschaften organisieren, wie mit Ressourcen umgehen – all das sind Fragen, die in der Permakultur eine Rolle spielen. Es ist ein Baukasten für eine nachhaltige Zukunft – kreativ, pragmatisch und erstaunlich wirkungsvoll. Fazit: Permakultur zeigt, dass Landwirtschaft auch anders geht – naturverbunden, nachhaltig und voller Leben. In einer Zeit, in der Klimawandel und Ressourcenknappheit uns zum Umdenken zwingen, ist sie mehr als nur eine Alternative: Sie ist ein Hoffnungsfunke für eine bessere Welt.
By account-for-b51c992f1c234cf6ad470c2f11560320 April 11, 2025
Terra Preta – Schwarzes Gold für unsere Böden