August 17, 2025
Wälder sind mehr als grüne Kulisse. Sie sind Lebensraum, Wasserspeicher, Luftfilter – und echte Hoffnungsträger im Klimaschutz. Eine vielbeachtete Studie der ETH Zürich hat gezeigt, welches Potenzial in naturnaher Wiederbewaldung steckt. Hier erklären wir kurz, worum es darin geht – und wie wir von der Grüne Neune Hammelburg eG genau diesen Ansatz ökologisch sinnvoll in die Praxis bringen. Die ETH-Studie in Kürze 2019 veröffentlichte das Crowther Lab der ETH Zürich im Fachjournal Science eine globale Analyse zum Wiederbewaldungspotenzial. Vereinfacht gesagt: Auf der Erde gibt es sehr große Flächen, auf denen sich zusätzliche, naturnahe Wälder wiederherstellen lassen – ohne Städte oder Ackerland zu verdrängen. Das daraus resultierende Bindepotenzial für Kohlenstoff ist enorm! Wichtig ist: Die Autor:innen betonen selbst, dass Waldschutz und Wiederbewaldung nur zusammen mit massiver Emissionsreduktion wirken. Aufforstung ist kein Freifahrtschein – aber ein starker Baustein. Missverständnis ausgeräumt: Es geht nicht „nur ums Bäumepflanzen“ Nach der Veröffentlichung wurde die Studie oft verkürzt wiedergegeben – als ginge es darum, einfach möglichst viele Setzlinge in den Boden zu stecken. Das ist nicht die Botschaft. Richtig ist: Ein Baum allein löst kein Klimaproblem – entscheidend ist das ganze Ökosystem. Damit Wälder langfristig Kohlenstoff binden und stabil bleiben, braucht es: gesunde, lebendige Böden (Humusaufbau, gute Bodenstruktur, Wasserspeicherung), Artenvielfalt (Bäume, Sträucher, Kräuter, Pilze, Insekten, Mikroorganismen...), funktionierende Kreisläufe (z. B. Mykorrhiza, Totholz, Laubmulch), standortangepasste Pflanzengesellschaften statt Monokulturen. Kurz: Sinnvolle Wiederbewaldung heißt Ökosystemaufbau – nicht Setzling-Marathon. Unsere Antwort: Permakultur & Ökosystem-Landwirtschaft Genau hier setzt die Grüne Neune Hammelburg eG an. Wir pflanzen nicht fein säuberlich getrennt nach Arten, sondern gestalten komplette, resiliente Systeme – Schritt für Schritt und standortgerecht: Agroforst & Waldgarten: Nuss- und Obstbäume kombiniert mit Beeren, Wildobst, essbaren Stauden und Pilzen. Schichtaufbau wie im Wald – nur essbar. Humusaufbau & Bodenpflege: Mit Kompost, Terra Preta und Wurmhumus speichern wir Kohlenstoff auch im Boden – langfristig. Unsere effektiven Mikroorganismen helfen dabei, den degradierten Boden wiederzubeleben und Artenvielfalt unter den Bodenlebewesen zu fördern. Vielfalt statt Monokultur: Klimafitte Artenmischungen und naturnahe Strukturen erhöhen Stabilität gegenüber Trockenheit, Schädlingen & Wetterextremen. Lebensräume schaffen: Hecken, Blühflächen, Biotope und Totholz fördern Insekten, Vögel und Bodenleben. Fossilfrei gedacht: Handwerkliche Bewirtschaftung, kurze Wege, regionale Versorgung – weniger Emissionen von vornherein. Warum das wirkt – lokal & greifbar Die ETH-Studie zeigt das globale Bild. Wir machen es vor Ort erlebbar: Auf 3,86 ha entsteht in Hammelburg ein lebendiges Permakultur-System, das CO₂ bindet, Artenvielfalt stärkt und regionale Ernährung sichert. Dabei gehen wir einen Schritt weiter, und zeigen auf, dass sich auch landwirtschaftlich genutze Flächen (potenziell) eignen, um CO² bindende Ökosysteme anzulegen. Ab Herbst 2025 starten wir auf der Fläche, ab 2026 beliefert unsere SoLaWi die ersten Ernteteiler:innen – transparent, solidarisch, gemeinschaftlich. Mach mit – pflanze Zukunft mit uns! Mitglied werden: Als Ernteteiler:in in der SoLaWi oder als förderndes Genossenschaftsmitglied. Mithelfen & lernen: Bei Mitmachtagen, Workshops, Führungen. Erzählen: Teile unsere Idee in deinem Umfeld – jede Stimme zählt Kleiner Augenzwinkern-Fakt zum Schluss: Wir können nicht die ganze Welt aufforsten – aber 3,86 Hektar davon bekommen wir gemeinsam richtig gut hin. 🌿😉